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Internationaler Tag des Rettungshundes

Die SHS Freiburg stellte sich am Freiburger Seepark, am großen Turm, ab 12:00 Uhr mit ihrer Tätigkeit als Suchhundestaffel vor. Hier präsentierten unsere Suchteams ihre Arbeit und beantworteten viele Fragen rund um die Suchhundearbeit. Ab 15:00 Uhr begann eine Einsatzübung auf dem Wasser. An dieser Übung hat außerdem eine befreundete Rettungsorganisation (Rettungstaucher Pinguine) teilgenommen. Hier konnten die Besucher live miterleben, wie ein Sucheinsatz mit einer der schwierigsten Ortungsmethoden, der Wassersuche, vonstatten geht.

Weitere Informationen zum Internationalen Tag des Rettungshundes finden Sie auf der Internetseite: www.rescue.dogzzz.net

Bilder von der Einsatzübung

 

Bericht einer Hundeführerin über diesen Tag:

Ein Boot mit einer hilflosen Person treibt auf dem Flückiger See, Augenzeugen haben weitere Personen ins Wasser springen und Richtung Ufer Schwimmen sehen. Drei Verunfallte werden noch vermisst. Hundeführerin Julia Reisen und Isa Federer von der Suchhundestaffel Freiburg besprechen Ihre Einsatztaktik. An diesem Seeufer sollen der Terriermischling "Samson" und der Settermischling „Amigo“ nach den zwei Vermissten Personen suchen.

Julia Reisen streut ein weißes Pulver in die Luft. Es sieht aus wie Puder. "Ist es auch. Ganz normaler Babypuder", sagt die Hundeführerin. Sie will die Windrichtung prüfen. Erst dann können die Hunde die Suche nach den vermissten, die am Rande des Sees vermutet werden, aufnehmen. Überall am See, eigentlich ein Ort der Entspannung, hallt aufgeregtes Hundegebell. 

Neben den Hundeführern, die mit ihrer rot-orange farbenen Kleidung schon von weitem zu sehen sind, sind auch Rettungstaucher der Tauchergruppe Pinguine und Sanitäter der Johanniter Freiburg vor Ort. „Am besten sucht der Hund gegen den Wind, denn der trägt ihm den Geruch der vermissten Personen zu“, erklärt Einsatzleiterin Anna Rummel. "Der Hund sucht mit der Nase, nicht mit den Augen." Und er hat bekanntlich ein äußerst feines Näschen.

Die erfahrene Hundeführerin Julia Reisen legt unterdessen "Samson" die Kenndecke um, ebenso die Glöckchen. Jedes Mal das gleiche Ritual. Um den Hund einzustimmen. Dann lässt Julia Reisen "Samson" von der Leine. Auf das Kommando "Such" läuft er los, Julia Reisen und ein weiteres Vereinsmitglieder als Helfer, folgt. Fast zeitgleich mit den Teams, die am Ufer suchen begeben sich nacheinander auch die Kameraden der Suchhundestaffel Hundeführer Janos Reiberg mit seiner Hündin Xenia und Hundeführerin Juliane Anselm-Schillinger mit  Labrador Leo vom Boot aus auf die Suche nach einer ertrunkenen Person. 

Was sich hier am Seepark Freiburg abspielt, ist glücklicherweise nur eine Übung. Die Vermissten sind Statisten, die „ertrunkene Person“ eine Schaufensterpuppe, die mit Leichengeruch präpariert ist. Vor zwei Wochen allerdings war die Situation bitterer Ernst. Hier hat sich am Matschelsee bei Lahr ein Taucherunfall ereignet. Feuerwehr, Polizei, THW und die Suchhundestaffel begaben sich daraufhin auf die Suche nach dem verunglückten Taucher. "Letztlich war die Suche von Erfolg gekrönt", berichtet Einsatzleiterin der Suchhundestaffel Anna Rummel. Um für einen Ernstfälle wie diesen immer gut gewappnet zu sein, finden Übungen wie die im Seepark am vergangenen Sonntag statt. Die ungewohnte Umgebung und die viele Ablenkung im gut besuchten Park ist für Hunde wie Hundeführer eine gute Belastungsprobe. 

Die Suchteams auf dem Boot sind hoch konzentriert. Für die Tiere eine echte Herausforderung. "Die vielen Gerüche, die Ablenkung und der starke Wind erschweren die Suche", erklärt Einsatzleiterin Anna Rummel.

Zeitgleich am Ufer: Der zweijährige Rüde „Amigo“ hält plötzlich seine Nase in den Wind und beschleunigt sein Tempo, kurz darauf hat er die „vermisste Person“ gefunden, die sich auf eine kleine Sandbank in Ufernähe „retten konnte“. Durch deutliches Bellen zeigt er seiner Hundeführerin Isa Federer den Fundort an. Noch nimmt „Amigo“ nicht an realen Einsätzen teil, die notwendige Prüfung hierfür steht jedoch dieses Jahr noch an. An diesem Tag hat der „Azubi“ seine Sache sehr gut gemacht und gezeigt, dass die SuchHundestaffel künftig auf ihn zählen kann. "Amigo" ist der erste Hund, den Isa Federer als Suchhund ausbildet. Seit zwei Jahren gehört sie der Suchhundestaffel Freiburg an.

Inzwischen machen sich auch zwei Mitglieder der Rettungstaucher Pinguine bereit für ihren Einsatz. Per GPS haben die Hundeführer auf dem Boot die Stellen markiert, an denen ihre Hunde die Witterung der „ertrunkenen Person“ aufgenommen und angezeigt haben. Dort beginnen nun die Taucher ihre Arbeit. So kann wenig später auch der letzte „Vermisste“ aus dem See geborgen werden.

Die Wassersuche, also die Suche nach vermissten Menschen an und in Gewässern ist Haupteinsatzgebiet der Suchhundestaffel Freiburg. Gerade in der warmen Jahreszeit wird die Staffel zu solchen Einsätzen häufig angefordert.

"Besonders, wenn Kinder betroffen sind, geht es einem schon manchmal nahe", erzählt Anna Rummel, viele unserer Mitglieder sind selbst Eltern. Angefordert wird die Hundestaffel bei Bedarf von der Polizei oder auch von Privatpersonen. Meist in einem Umkreis von 30 bis 50 Kilometern. Aber auch im Ausland werden gerade die Wassersuchteams gerne zur Unterstützung angefordert. Die Suche in Gewässern war einer der Gründe, aus denen die Suchhundestaffel vor elf Jahren gegründet wurde. Derzeit hat die SuchHundestaffel 10 aktive Hundeführer. Vier davon auf sind auf die Wassersuche spezialisiert. Rund zwei Jahre dauert die Ausbildung der Hunde. Sie umfasst auch Unterordnung und Gehorsam. Neben der Spezialisierung auf Flächen- und Wassersuche, werden andere speziell für die Trümmersuche ausgebildet. Nicht jeder Hund ist für jede Spezialisierung gleich gut geeignet, jeder gesunde arbeitsfreudige Hund kann aber theoretisch als Rettungshund ausgebildet werden. Von den Hundeführern verlangt diese ehrenamtliche Arbeit viel Einsatzbereitschaft und ist mit großem Zeitaufwand verbunden. "

 

 
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